Demokratische deutsche Parteien verlassen X ehemals Twitter

Es geschehen immer noch Zeichen und Wunder. Mehr als fünfeinhalb Jahre nachdem Elon Musk Twitter übernommen und in sein persönliches Medium für Hass, Hetze und KI generierter Pornographie umgebaut hat, verlassen die SPD, die Linke sowie Bündnis90/Die Grünen dieses asoziale Netzwerk. Anscheinend ist man an dem Punkt angekommen an dem man sich eingestehen muss das man auf dieser Plattform niemanden erreicht der noch einen funken Verstand hat, weil dort nur noch rechter Hass dominiert.

Natürlich schreiben diese Parteien Ihren Mitgliedern und Abgeordneten nicht vor diese Plattform in Zukunft zu meiden. Aber zumindest werden die offiziellen Parteiorgane nicht mehr diese Accounts bespielen. Und wir hoffen alle das es auch dabei bleibt.

Da es sich scheinbar um eine koordinierte Aktion handelt gleichen sich die Ankündigungen stark.

Screenshot eines X-Posts von SPD Fraktion im Bundestag. Die Partei kündigt an, den Account wegen zunehmender Desinformation auf X nicht mehr zu bespielen (#WirVerlassenX) und verweist auf weitere Präsenz auf anderen Plattformen
Screenshot eines X-Posts von Die Linke. Die Partei kündigt an, den Account wegen zunehmender Desinformation auf X nicht mehr zu bespielen (#WirVerlassenX) und verweist auf weitere Präsenz auf anderen Plattformen
Screenshot eines X-Posts von Bündnis 90/Die Grünen: Die Partei kündigt an, den Account wegen zunehmender Desinformation auf X nicht mehr zu bespielen (#WirVerlassenX) und verweist auf weitere Präsenz auf anderen Plattformen, unter anderem Bluesky.

Wer mir hier leider wieder negativ auffällt sind die Grünen. Dort scheint man einen Faible für soziale Netzwerke zu haben die von irgendwelchen Techbroligarchen aus dem Silicon Valley mit Crypto Kapital am laufen gehalten werden. Also verlinkt man direkt auf Bluesky. Quasi von einem US Datensilo in den nächsten. Und Crypto und Umweltschutz geht jetzt auch nicht so gut zusammen, sollte man als Öko Partei vielleicht man bedenken. Aber hier heiligt der Zweck wohl die Mittel.

Ich finde es vor allem schade das keine der drei Parteien in Ihren Posts das Fediverse als Alternative erwähnt. Dabei stehen mit spd.social, linke.social sowie gruene.social drei parteispezifische Instanzen zur Verfügung. Und falls diese noch nicht von den Parteien direkt betrieben und finanziert werden, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt dort ein bisschen vom Werbebudget zu investieren.

Davon würden alle profitieren, vor allem auch die digitale Unabhängigkeit Deutschlands! Im Fediverse gibt es nämlich keinen Algorithmus welcher von einem durchgeknallten Milliardär oder von einer nicht freundlich gesinnten Regierung genutzt werden kann, um die Meinung im Land zu manipulieren.

Es ist kein Geheimnis das auf Plattformen wie X oder TikTok rechtsextreme Parteien stark bevorzugt ausgespielt werden. Dies wurde uns von Alexandra Geese (Grüne im EU Parlament) im Februar noch bestätigt. Wollen wir also jetzt noch auf ein Medium wie Bluesky setzen, welches auch jederzeit vom nächsten Medienmogul aufgekauft werden kann, um dann zu X 2.0 zu werden?

Jetzt wäre die Zeit das richtige zu tun. Und das wäre auf ein unabhängiges, dezentrales Netzwerk zu setzen wo wir alle zusammen die Regeln gestalten. Und wenn die Parteien Angst haben das die Reichweite zu gering ist: dann macht Werbung dafür, dafür bekommt Ihr von uns genug Steuergelder! Die Infrastruktur ist sogar schon da: Ihr müsst Sie nur vernünftig bespielen!

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