Kurze Trigger Warnung am Anfang. In diesem Artikel geht es unter anderem um den Tod einer 12 Jährigen im Straßenverkehr. Wer sich diese Thema lieber nicht antun will, was ich voll verstehen kann, sollte sich nicht weiterlesen.
Auch möchte ich darauf hinweisen das ich zum Zeitpunkt wo ich das hier schreibe einfach nur extrem wütend bin. Dementsprechend kann die Wortwahl etc. ausfallen.
Vorhin haben wir eine Mail von der Schule unserer ältesten Tochter erhalten, die man eigentlich nie mal kriegen möchte. Eine 12 jährige Schülerin wurde auf dem Weg zur Schule am Dienstagmorgen auf Ihrem Fahrrad von einem LKW erfasst und dabei getötet. Sie ging halt auf die gleiche Schule wie meine Tochter, war eine Jahrgangsstufe unter Ihr.
Das ist einfach nur grausam und macht betroffen, und ich kann den Eltern nur sehr viel Kraft wünschen. Wenn es eines meiner Kinder getroffen hätte, ich weiß ganz einfach nicht was ich jetzt tun würde.
Am kommenden Freitag Freitag soll um 17 Uhr an der Kreuzung Wickingstrasse / Wildenbruchstrasse zum gedenken an das arme Kind ein Ghostbike aufgestellt werden. Jedes Ghostbike das aufgestellt werden muss ist eines zuviel. Schrecklich ist auch einfach diese Machtlosigkeit, denn bei der Stadt Gelsenkirchen hat keiner den Schneid etwas an den unhaltbaren Zuständen für Radfahrer in dieser Stadt was zu ändern. Trauriger Fakt: diese Stelle wo Ringstrasse, Hiberniastrasse und Wildenbruchstrasse aufeinandertreffen ist ein Unfallhäufingspunkt für Peronenschäden wie man der Verkehrsunfallstatistik 2024 entnehmen kann:
Wer schon öfter auf meine Blog war weiss: ich habe eine Vorgeschichte mit der Stadt Gelsenkirchen und dem Thema Radfahren. Vor Jahren wurde mir zwischen den Zeilen schon bestätigt das die Straßen der Stadt für Kinder auf dem Rad zu gefährlich sind. Wen das interessiert der kann das in folgdendem Artikel nachlesen.
https://blog.sengotta.net/mit-dem-fahrrad-zur-grundschule-in-gelsenkirchen-leider-unerwuenscht/
Und was soll ich sagen: sie haben Recht! Das hat sich am Dienstag morgen leider wieder gezeigt.
Prävention durch Sensibilisierung wie es die Polizei versucht ist schön, auch in der Verkehrsschule wird den Kindern immer wieder eingeschärft wie gefährlich der Straßenverkehr ist. Schade eigentlich, denn das macht nicht gerade Lust darauf sich auf Rad zu setzen wenn man Permanent Angst hat.
Während die Polizei was tut macht die Stadt jedoch: nichts. Einfach nur immer noch mehr Striche auf die Straße zu malen rettet keinen Fahrradfahrer vor den Horden tonnenschwerer SUV’s, dem Schwerlastverkehr oder den Spinnern in ihren geleasten hoch motorisierten Sportwagen aus Stuttgarter Produktion mit Stern an der Front. Vor allem letztere hört man Nachts immer wieder durch die Straßen rasen, als wäre dies ein rechtsfreier Raum.
Die Niederlande machen es vor: besseren Schutz für Radfahrer gibt es nur bei der Trennung von KfZ- und Radverkehr. Dafür muss das KfZ aber Raum abgeben. Auch Tempo 30 wäre eine Maßnahme die uns Vision Zero näher bringen würde. Aber das sind wohl alles eher Wunschträume in der Stadt Gelsenkirchen. Ich erwarte von unseren Politikern hier genauso viel wie in den letzten Jahren: NICHTS!
Aber egal was man jetzt umsetzen würde: dem armen 12 jährigen Mädchen welches noch sein ganze Leben vor sich hatte bringt das alles nichts. Hoffentlich bist du jetzt an einem besseren Ort!
Kommentare
@blog @velo
So lange Straßenverkehrsbehörde Unfallschwerpunkte tatenlos hinnehmen können, ohne Maßnahmen zur Sicherung des Ortes, ohne Maßnahmen, die offensichtliche Gefahren entschärfen, zu ergreifen, so lange Staatsanwaltschaften solch ein Versagen der Behörden nicht zu Teilen ihrer Ermittlung machen, so lange wird das Bild bleiben, dass wir mit dem Kindermord auf unseren Straßen als notwendige Opfergaben leben sollen.
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