Sieben Jahre Grundschule – ein Lebensabschnitt geht zu ende

Und zwar nicht nur für unsere Zwillinge die nach dem Sommer die weiterführende Schule besuchen. Auch für uns Eltern endet hier etwas. Sieben Jahre lange haben wir unsere Kinder nun zur Grundschule an der Erzbahn gebracht. Erst unsere große Tochter und dann unsere Zwillinge.

Turbulente Zeiten waren das teilweise. Unsere Große Tochter wurde zum Schuljahr 2019/2020 eingeschult und wir alle wissen was im Dezember 2019 seinen Anfang nahm. Danach hieß es fast zwei Jahre: lernen im Ausnahmezustand.

Wir müssen sagen: mit der Schule an sich waren wir zufrieden, vor allem mit den Lehrern und dem ganzen Personal drum herum. Diese Leute haben sich wirklich Mühe gegeben aus den mangelnden Möglichkeiten die das deutsche Schulsystem bietet das beste zu machen. Und Sie haben sich auch extrem viel Mühe gegeben die Herausforderungen zu meistern welche Schulen in Gelsenkirchen haben. Dazu gehört zum Beispiel das Jahrelang die Schuleingangsuntersuchungen ausgesetzt waren. So war es für die Lehrer eine Lotterie mit welchen Fähigkeiten die Schüler eingeschult wurden.

Des Weiteren liegt die Schule in Bulmke-Hüllen, einem Stadtteil mit extrem niedrigen Teilhabechancen für die Kinder. Jedes zweite Kind ist von Armut betroffen, gut 80% haben einen Migrationshintergrund. Und das sind dann oft nicht die Kinder der dritten Generation deren Eltern und Großeltern schon vollkommen integriert sind. Oft sind es halt diejenigen die nur kurz oder gar nicht die Kita besucht haben und dann einen stark erhöhten Förder bedarf haben. Und ja, das ist eine extreme Herausforderung für die Lehrer dort eine Balance hinzukriegen.

Ich bin froh das wir Lehrer hatten die neben Förder-, auch noch Forderangebote ermöglicht haben, halt für die Kinder welche mit anderen Vorraussetzungen an der Schule gestartet sind.

Es gibt aber auch Dinge die ich wirklich nicht vermissen werde.

Zum Beispiel das die Schule immer noch keine Fahrradständer hat. Aber gut das ist die Politik der Stadt Gelsenkirchen. Das Thema hatte ich ja schon öfter hier: https://blog.sengotta.net/mit-dem-fahrrad-zur-grundschule-ein-follow-up/

Oder das tägliche Verkehrschaos vor der Schule weil Eltern es für Ihr gutes Recht halten im absoluten Halteverbot zu parken. Die Stadt Gelsenkirchen hat es natürlich nicht geschafft dort für Ordnung zu sorgen. Ist ja auch schwer wenn man das nur zwei mal im Jahr kontrolliert obwohl die Stoßzeiten absolut bekannt sind. Ich habe das ganze aufgegeben nachdem ich von einigen Muttis angepöbelt und bedroht wurde. Da stehen diese Ihren männlichen Pendants in nichts nach.

Ich werde auch die Eltern nicht vermissen die, vor allem Ihre Töchter, aus kulturellen Gründen von Klassenfahrten, oder anderen Übernachtungen im Schulkontext fernhalten.

Oder die Eltern welche wieder aus kulturellen Gründen gezielt versucht haben zu verhindern das Ihre Töchter am Sexualkunde Unterricht teilnehmen. Das ging so weit das die Klassenleitung das Thema dann Random die Unterrichtsstunden getauscht hat um diesen Eltern ein Schnippchen zu schlagen.

Ich werde es auch nicht vermissen mit sechs Leuten bei der Klassenpflegschaft zu sitzen weil die restlichen Eltern Schule einen scheiß interessiert.

Man sieht die Schule an sich war gut. Das habe ich gemerkt als ich gesehen habe wie sich meine Kinder von Ihren Lehrer verabschiedet haben.

Das Problem sind die Eltern die sich sehr oft überhaupt nicht einbringen.

Wenn ich sehe das in Gelsenkirchen 2/3 der Schüler zukünftig Förderbedarf aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse haben, will ich gar nicht wissen wo das in Gelsenkirchen noch hinführen soll. Ich habe größten Respekt vor den Lehrern welche sich diesen Herausforderungen stellen müssen, welche eine absolut katastrophale bzw. nicht existente Integrationspolitik der Stadt Gelsenkirchen ausgelöst hat.

Für uns geht es jetzt weiter und ich bin gespannt wie es wird. Der Kennenlernnachmittag hat doch gezeigt das man auf der neuen Schule schon stark darauf geachtet hat die Klassen gut zu diversifizieren. Ich hoffe das zahlt sich aus.

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