Skadis Computer Arbeitsplatz für die Kinder

This i a translation of my orignal english article you find here: DIY Skadis Computer Workstation for the Kids

Heutzutage wachsen Kinder mehr mit Tablets und Smartphones auf als mit klassischen PCs. Ab der ersten Klasse bekommen alle Kinder in unserer Stadt ein Apple iPad zur kostenlosen Nutzung in der Schule. Das ist großartig in dem Sinne, dass alle Kinder mit dem gleichen Material arbeiten können, egal ob sie reiche Eltern haben oder nicht. Auf der anderen Seite tut es immer weh zu sehen, wenn Kinder versuchen, einen Monitor als Touchscreen zu benutzen. Wenn ich am Tag der offenen Tür an der Schule meiner ältesten Tochter teilnehme und dort in der Informatik-Fakultät aushelfe sehe ich das immer öfter. Die meisten Kinder haben keinen normalen Computer zu Hause und können kaum eine Tastatur benutzen, viele von ihnen haben noch nie eine Computermaus berührt. Das verursacht Schmerzen für jemanden mit einem Ingenieursabschluss in Informatik.

Seien wir ehrlich: Der Familien-PC der 90er und frühen 2000er Jahre ist innerhalb weniger Jahre einfach verschwunden.

Das bedeutet aber auch ein neues Projekt für mich, denn ich möchte nicht, dass meine Kinder aufwachsen und nur ein Tablet benutzen können. Also ist es Zeit für ihre ersten Linux-PCs.

Was sind die Mindestanforderungen?

  1. Erschwinglich – ich brauche das ganze Zeug dreimal, also ist jeder gesparte Cent gut
  2. Nachhaltig – wir haben nur einen Planeten, also ist der Kauf von neuem, kurzlebigem Billigzeug nicht die richtige Wahl
  3. Kompakt – es liegt schon genug Zeug auf den Schreibtischen meiner Kinder herum
  4. Ergonomisch – man muss keinen krummen Rücken bekommen, wenn man einen PC benutzt

Natürlich war die erste Reaktion: LAPTOPS! Ja, bis ich etwas mehr darüber nachgedacht habe.

Es fängt mit den ersten beiden Punkten an, die Lösung sollte erschwinglich und nachhaltig sein. Also sollten es gebrauchte Business- Laptops sein, bei denen man auch Ersatzteile etc. bekommt. Diese alten Thinkpads und Latitudes sind immer der erste Hinweis, den man bekommt, wenn es um Linux-Hardware geht. Was soll ich sagen, das meiste Zeug, das man für weniger als 200€ bekommt, ist Schrott. Entweder ist es älter als zehn Jahre, oder man hat kaputte Gehäuse, zerkratzte Displays etc. Und ich brauche drei nahezu gleiche Maschinen.

Ja, sie sind kompakt, aber um ergonomisch zu sein, braucht man sowieso einen externen Monitor, Tastatur und Maus. Ich meine, ihr könnt euch noch erinnern, als sie uns wegen Covid-19 nur mit unseren Laptops zum Arbeiten nach Hause schickten? Das war nicht sehr ergonomisch, oder?

Außerdem würden meine Kinder wegen der iPads diese Maschinen eh nie mit zur Schule nehmen. Die nahezu kaputte Batterie in all diesen Maschinen, die nicht besser wird, wenn man die Laptops als Desktop-Ersatz nutzt, ist ein anderes Thema.

Also sind Laptops ein No-Go, was könnten wir also sonst nutzen? Viele Leute nutzen kleine Mini-PCs wie das Lenovo Thinkcentre in ihren Homelabs. Sie sind recht günstig, nachhaltig und kompakt. Ich habe drei Thinkcentre M715q mit 8GB RAM für jeweils 80€ bestellt. Ich hatte NVMe-SSDs zu Hause, genau wie drei 24″-Displays. Tastatur, Maus etc. kann man günstig in Geschäften wie Action kaufen.

Aber wie baue ich daraus ein kompaktes System? In diesem Fall kommen die IKEA Skadis Lochplatten und mein 3D-Drucker zur Rettung. Ich habe die großen 76cm x 56cm Skadis-Platten gekauft und alles daran montiert, indem ich 3D-gedruckte Teile und Kabelbinder verwendet habe.

Und so sieht jetzt jede Station aus:

Das Bild zeigt einen Arbeitsbereich mit einem weißen Schreibtisch vor einer hellblauen Wand. Monitor und Ausstattung: Auf dem Schreibtisch steht ein großer BenQ-Monitor, auf dessen Hintergrundbild eine abstrakte, farbenfrohe Berglandschaft zu sehen ist. Über dem Monitor befindet sich eine weiße Stecktafel, an der eine schwarze Tastatur (Logitech) und ein schwarzer Mini-PC befestigt sind. Rechts neben dem Monitor ist eine weiße Steckdosenleiste mit mehreren Steckern angebracht. Dekorationen und Spielzeug: Der Schreibtisch ist mit mehreren Lego- und Actionfiguren dekoriert, darunter ein gelbes Fantasiewesen und ein großer Roboter. Auf der linken Seite befindet sich ein Korb mit Kabeln und ein kleines Bild mit einer ägyptischen Sphinx. Zubehör: Vor dem Monitor steht ein weißer Bilderrahmen. Rechts davon befindet sich ein schwarzes Computer-Mauspad.

Ich denke, das ist eine ziemlich saubere Lösung. Jeder PC läuft mit Manjaro Linux und KDE. Und man könnte auch die Höhe des Displays anpassen, wenn die Kinder wachsen. Klar das sind jetzt keine Gaming Maschinen aber für ne Runde Voxelibre oder SuperTuxKart reicht es.

Hier ist eine Auswahl der 3D-gedruckten Teile, die ich verwendet habe:

Ich bin sehr froh, dass es so viele talentierte Designer gibt, die Sachen für das Skadis-System herstellen. Jetzt ist es an der Zeit, mit den Kindern die richtige Nutzung der Systeme zu üben. Vielleicht werde ich auch einige grundlegende Präsentationen für die Kinder über Computer, Netzwerke, das Internet, Datenschutz etc. machen. Wenn ich das tue, werde ich auch hier darüber berichten.

Das war’s für jetzt, wenn ihr Fragen, Ergänzungen etc. habt, lasst es mich wissen.

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Kommentare

  • @blog Super! vielen Dank für's Teilen. Ich habe tatsächlich auch schon viele junge Menschen beobachtet, die Schwierigkeiten mit Maus und Tastatur hatten.

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