Ich finde Action ja einen tollen Laden um immer mal wieder günstig an kleine Elektronik Gadgets zu kommen. Meistens ist das halt irgendwelche Whitelabel Ware aus Chiba.
Diesmal ist ein Drucker für Klebeetiketten mit Bluetooth Schnittstelle der Marke Fichero in meinem Einkaufskorb gelandet, und das für knappe 13€. Eigentlich handelt es sich übrigens um den D11s der Marke Aiyin.

Natürlich hatte ich im Laden schon mal eben schnell geschaut ob man das Gerät auch ohne die Apps des chinesischen Herstellers nutzen kann. Sonst wäre das Teil garnicht erst in meinem Einkaufkorb gelandet. Denn erstens traue ich den Herstellern in Sachen Datenschutz nicht über den Weg und zweiten weiß man nie wie lange die Apps unterstützt werden. Wenn man Pech hat hat man nach einem Jahr ein Stück Elektroschrott.
Aber es gibt schon jemanden der das Protokoll reverse-engineered hat und das ganze auf Github bereitstellt: https://github.com/0xMH/fichero-printer
Der Prozess wurde in einem interessanten Blockpost festgehalten: https://blog.dbuglife.com/reverse-engineering-fichero-label-printer/
Im Github Repo findet man eine Python CLI sowie eine Webapp um mit dem Drucker zu arbeiten. Die Webapp funktioniert nur mit Browsern die Webserial können (Chromium basierte Browser). Einfach den Drucker einschalten und oben rechts den Bluetooth Button drücken. Nach dem Koppeln kann es dann losgehen. Meiner Erfahrung nach funktioniert das nicht immer Reibungslos sondern braucht manchmal 1-2 Anläufe. Wenn die Verbindung aber mal steht dann läuft das ganze Problemlos.
Ein Hinweis noch unter Linux: bei mir schlug das koppeln immer fehl, was wohl daran liegt das der Drucker zwei Bluetooth Macs überträgt und zwar einmal für den klassischen Bluetooth Modus und einmal für Bluetooth LE. Lösen konnte ich das indem ich den ControllerMode in der Datei /etc/bluetooth/main.conf von dual auf le änderte (und dann den Rechner neu startete). Ich weiß aber nicht ob das irgendwelche signifikanten Nebeneffekte hat. Es zeigt mir aber wieder mal das Bluetooth nicht die geilste Erfindung auf Erden ist.
Es wird übrigens scheinbar auch daran gearbeitet statt über die Bluetooth Schnittstelle den Drucker via USB zu nutzen. Das ist scheinbar möglich und würde natürlich noch weitere Dinge ermöglichen. Ich denke da zum Beispiel daran den Drucker via Matrix etc. zu beschicken.
Übrigens ist das vorliegende Projekt ein Fork von NiimBlue welches für NiimBot Label Printer gedacht war.
Auf jeden Fall viel Spass beim experimentieren, ich werden auf jeden Fall einige Label für mein Homelab damit erstellen.
