Okay der Titel ist mal wieder richtig schön blöd, aber irgendeinen titel braucht man. Vor kurzem bracht mir mein Vater sein ca. 12 Jahre altes MacBook Air vorbei. Das Gerät habe ich vor einiger Zeit auf Ubuntu Budgie 24.04 LTS umgestellt da es von MacOS nicht mehr unterstützt wird. Trotz der Tatsache das das Gehäuse bereits krumm ist (keine Ahnung ob mein Vater oder seine Enkel sich mal draufgesetzt haben) funktioniert das Teil noch. Auch der Akku tuts nach so vielen Jahren noch, warum also aussortieren. Ubuntu Budgie passte ganz gut von der Oberfläche, also war es schnell installiert.
Nun steht das Teil hier vor mir, nach dem Einschalten kommt nur noch ein Hintergrund im Ubuntu Lila / Magenta mit nem Ascii Tux oben Links und der Fehlermeldung: „Kernel Panic! VFS: Unable to mount root fs on unknown-block(0,0)“ – Schöner Scheiss.
Also mal eben schnell Ecosia befragen weil ich so einen Fall noch nie hatte. Danach muss ich erstmal ins Grub Menü, wahrscheinlich ist beim erstellen der Initramfs was schief gegangen. Wie kommt man in das Menü bei so einem MacBook rein, ich erzähl es euch weil ich ein paar Anläufe brauchte: Laptop ausschalten (lange Powertaste drücken), ESC gedrückt halten und Laptop einschalten. Jetzt ist das Timing wichtig. Drückt man zu kurz kommt man in die Kernel Panic, drückt man zu lange ESC ist das Auswahlfeld weg. Sweetspot ist wohl kurz vor Ende des Apple Chime.
Ist man im Grub Menü kann man die letzte funktionierende Kernel Version nutzen, bei mir was es Kernel 6.14. Man sieht auch das das System versuchte auch die 6.17.0-14 zu updaten was anscheinen schief gelaufen ist.
Jetzt kommt man zumindest ins System rein, also zum Glück nicht alles kaputt. Das nächste was ich getan habe: apt update und apt upgrade und dabei hagelte es dann Fehlermeldungen das die Initramfs nicht erstellt werden konnte. Reboot wäre jetzt blöd dann haben wird das gleiche Problem wie am Anfang. Also müssen wir jetzt rauskriegen woran es liegt.
In meinem Fall war es das broadcom-sta-dkms Modul was nicht erstellt werden konnte was man aber für die Wlan Karte im Gerät braucht. Diese binary DKMS Module gehen immer wieder kaputt und sind echter Rotz, aber man braucht Sie bei Produkten von Firmen wie Broadcom. Was mich wirklich ärgert: warum legt Ubuntu Budgie einen Kernel in Grub als Default fest wenn das erstellen der Initramfs scheitert? Absoluter Bullshit!
Die Lösung war im Blog von Kuan-Yi Li schnell gefunden. DKMS Modul per Hand laden und installieren. Dann ggf. noch einmal apt upgrade durchlaufen lassen und die Sache ist durch.
cd /tmp
wget https://archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/restricted/b/broadcom-sta/broadcom-sta-dkms_6.30.223.271-23ubuntu1.2_all.deb
sudo apt install ./broadcom-sta-dkms_6.30.223.271-23ubuntu1.2_all.deb
Jetzt kann man den Laptop beruhigt neu starten und alles funktioniert wieder wie vorher. Aber ganz ehrlich das sind wieder die Momente wo man sieht das Linux nicht immer gut für den 08/15 Anwender geeignet ist. Vielleicht sollte ich auf solchen Systemen doch mal eine immuteable Distribution probieren.
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der 0815 Anwender scheitert oft schon am Lesen einer Fehlermeldung. Da spielt das OS nur eine untergeordnete Rolle.
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0815 Anwender können mit den meisten Fehlermeldungen nichts anfangen. Jemand, der den Fehler lösen kann, aber noch nicht gesehen hat, muss auch erst mal dahinter steigen.
Manche Menschen sind wirklich hilflos und können mit Fehlermeldungen gar nichts anfangen und drücken sie einfach weg oder suchen sich gleich Hilfe. Da spielt das OS nur eine untergeordnete Rolle.
Es gibt aber viel mehr technisch versierte Nicht-Expert*innen für Windows als für Linux, weil Windows immer noch stark verbreitet ist.
Ich empfehle IRL selten Linux, weil ich meine Zeit mehr schätze als die OS Wahl anderer Menschen und weil das System nur so lange nicht mein Problem ist, bis sie Hilfe brauchen.
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@panda in diesem Fall sieht der normale Anwender die Fehlermeldung nicht einmal wenn es automatisch eingespielt wird. Aber gut wir hatten zuletzt auch Reihenweise Windows Geräte die nicht mehr booten wollten. Hatte vor zwei Wochen sogar so einen Vertreter hier. @blog
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@bjoern
Ubuntu aufm MacBook ist afaik nicht offiziell supported. Dass da mal was kaputt geht ist wahrscheinlicher als bei Ubuntu auf nem Standard PC.
Klar geht Ubuntu auch auf nem Standard PC kaputt. Genau wie Windows oder sogar MacOS.
Kaputte System sind eine statistische Notwendigkeit.
Die Ableitung, dass sich Linux deshalb nicht für 0815 Anwender*innen eignet, ist imo nicht der richtige Schluss.
Meinem Vater hab ich vor Jahren ne Ubuntu Dell Kiste hingestellt und der hat sich seitdem nicht mehr gemeldet. Ich gucke einmal im Jahr dass Updates installiert sind, aber ansonsten läuft die Kiste einfach.
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