DIY Ambilight ohne Raspberry Pi

Letzte Woche hatte ich endlich mal Zeit ein kleines Projekt umzusetzen welches ich schon lange im Hinterkopf hatte. Die Bauteile dafür hatte ich sinnigerweise auch schon einige Zeit zuhause herumliegen, jedoch fehlte es allein an Zeit.

Und zwar hatte ich mir vorgenommen unserem Hisense TV ein Ambilight im Stil einiger Philips TV’s zu verpassen.

Klar das ich nicht der erste bin der auf eine solche Idee kommt. Es gibt viele verschiedene Wege dies umzusetzen zum Glück alles mit Open Source Software.

Eine sehr gute Anleitung welche als Anregung dienen kann findet man hier: http://powerpi.de/atemberaubendes-ambilight-am-eigenen-tv-selber-bauen-raspberry-pi-2-tutorial-teil-1/

Wie auch bei mir baut das ganze System auf der Software Hyperion auf welche den Bildinhalt analysiert und daraufhin die LED’s ansteuert. Dies kann aber auf unterschiedlich komplizierte Weise geschehen, je nachdem welche Signalquellen man anzapfen möchte.

Der einfachste Fall ist, wie bei mir auch, das man nur ein Gerät als Signalquelle nutzt, zum Beispiel einen Raspberry Pi mit Libreelec oder (wie ich) eine HTPC mit dem gleichen OS. Der Raspberry Pi kann sogar mit Hilfe eines Level Shifters die LED’s selber ansprechen. Bei meinem HTPC dient ein Arduino als Übersetzer.

Komplizierter wird es wenn man verschiedene Quellen die an einem TV angeschlossen sind mit dem Selbstbau Ambilight verschönern möchte. Das führt dann zu mehr oder minder komplizierten aufbauen inkl. HDMI Splitter, Video Capture Devices die nur funktionieren wenn Sie den richtigen Chipsatz haben und einem Raspberry Pi. Das ist recht kompliziert und teuer und ich geh hier darauf auch noch nicht ein.

Wie funktioniert das nun bei mir? Wie gesagt als Media Center (und das Center ist hier wichtig) nutze ich einen Intel NUC mit der aktuellen Variant der Linux Distribution Libreelec. Viel Hardware braucht es auch nicht wirklich:

  • LED Strip Typ APA102 (für meinen TV brauchte ich 5m)
  • 12V Netzteil für den LED Strip, für mein Setup habe ich eines mit 100W verwendet
  • Arduino Pro Micro (oder anderer Arduino der einen Atmel 16u2 asl USB Seriell Wandler nutzt)
  • 0,75mm2 Litze um die Teilstücke des LED Stripe zu verbinden
  • Micro USB Kabel zum Anschluss des Arduino an den PC
  • Kleines Gehäuse bzw. Tupperdose etc um die Elektronik unterzubringen

Der Aufbau ist eigentlich recht easy wenn man halbwegs mit einem Lötkolben um gehen kann.

  1. LED Streifen zurechschneiden. An der Unterseite besteht der LED Streifen aus zwei Stücken, oben ein langes und zwei für die Seiten
  2. Die einzelnen LED Streifen mit dem 0,75er Litzen verlöten
  3. An Anfang und Ende des Gesamt LED Streifen Plus und Minus der Stromversorgung anlöten. Das ist wichtig, versorgt Ihr den LED Streifen nur von einer Seite ist die Chance groß das nicht alle LED’s leuchten bzw. nicht gleichmäßig Hell werden.
  4. Lötet GND des Streifen auf einen GND Anschluss des Arduino, Data Port des LED Streifens habe ich auf Port 6 meines Arduino, Clock auf Port 8 gelötet. Auf keinen Fall die 5V des Streifens auf den Arduino legen
  5. Klebt die Streifen hinter den Fernseher. Man kann zwar Trägerkonstruktionen aus Holz oder Alu Leisten bauen, ich habe ganz einfach Doppelseitiges Klebeband genommen.
  6. Verbindet euer Netzteil mit dem LED Streifen

Damit ist der Hardwareaufbau schon fertig. Jetzt muss die passende Software auf den Arduino. Ladet euch also die Arduino Entwicklungsumgebung von http://www.arduino.cc herunter. Wählt dort nach der Installation das passende Board und den richtigen Port aus.

Den richtigen Sketch findet Ihr im Github Repo des Hyperion Projekts Hyperion Adalight. Hier müssen noch einige Werte geändert werden. Passt als MAX_LEDS auf die Anzahl eurer LED’s an, LED_TYPE auf APA102, LED_PINS auf 6 und 8 sowie serialRate auf 500000. Ich habe den Sketch den ich verwende mal als Gist gepostet:

Einfach in ein leeres Projekt in die Arduino IDE kopieren, compilieren und uploaden.

Schon sollten die LED’s ein bisschen leuchten wenn der Arduino startet.

Nun ist es Zeit den Arduino an den HTPC anzuschließen. Was wir jetzt noch brauchen ist eine passende Config für Hyperion. Vorher installiert Ihr auf dem HTPC Hyperion aus dem Libreelec Repo. Im Libreelec Wiki findet Ihr auch eine passende Hypercon Variante für Libreelec. Diese Programm wir genutzt um die richtige Config File für Hyperion zu erstellen.

Damit das Programm auf eurem PC funktioniert müsst Ihr Java installiert haben.

Mit Hypercon wird nun die Config erstellt. Viel müsst Ihr für die ersten Tests nicht abändern. Eigentlich beschränkt es sich darauf den Device abschnitt und die Anzahl der LED’s richtig einzutragen. Dann kann man die Config mit dem großen Button „Create Hyperion Config“ zu speichern und über die SSH Verbindung rüber zu schieben. Daemon neu starten und es sollte leuchten. Interessant sind für euch also nur die Abschnitte Hardware und SSH. Wer mehr einstellen will etc. findet zum Beispiel im oben genannten Tutorial Hilfe.

Die Einstellungen könnt Ihr auf den nachfolgenden Bilder noch einmal sehen.

 

Viel Spass mit eurem neuen Ambilight. Mit macht es auf jeden Fall Spass.

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