Telekom rudert bei der DSL Drossel zurück! Und was bringst?

Wer in den letzten Wochen die Debatte um die Drosselung von DSL Anschlüssen bei der Telekom (ab dem Jahr 2016) mitverfolgt hat, der hat sicherlich heute auch mitbekommen das die Telekom „auf die Sorgen Ihrer Kunden“ reagiert hat.

Im Klartext heisst das, das die Drossel bestehen bleibt, die minimale Geschwindigkeit jedoch von einst 384 kBit/s auf nunmehr 2 MBit/s erhöht wird. Wenn man nun also monatlich zuviel Traffic, durch den Besuch der „falschen“ Websites verursacht, dann wird man von der Telekom nun nicht mehr in die DSL- Steinzeit verbannt sondern nur noch in die DSL- Jungsteinzeit.

Ein Schelm wer dabei denkt das diese Erhöhung nur dazu dient die Bundesregierung im Bezug auf Ihre Breitbandstrategie zufrieden zu stellen. Diese legt in Ihrer angemessenen mittleren Breitbanddefinintion nämlich einen Wert von 1 MBit/s zugrunde und das war im Februar 2009!

Und nun sind wir so weit das die Telekom meint das im Jahre 2016 eine Grundversorgung bei überschreiten des Traffic Limits von 2Mbit/s genug sei. Wohl gemerkt wir sprechen hier von weiteren 3 Jahren in denen sich die Übertragungsraten eigentlich noch großflächig erhöhen sollten. Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung 75% der deutschen Haushalte bis zum Jahr 2014 schnelle Zugänge mit 50 MBit/s ist aber eh kaum zu erreichen wenn man sich mal den Breitbandtatlas.

Stattdessen möchte man mit Brückentechnologien wie dem Vectoring am liebsten Teilweise zurück zum alten Monopol, statt in neue Techniken wie FTTH oder in einen Ausbau des VDSL Netzes zu investieren.

Dabei merkt man schon seit Jahren das der Ausbau stockt. Mal von einigen kleineren Providern abgesehen die 100MBit/s Anschlüsse anbieten oder einige FTTH Pilotprojekten sitzen die meisten Teilnehmer bei 6MBit/s oder weniger fest. Vor allem in den Städten. Wohl dem der einen Kabelanschluss im Haus hat und so schnelleres Internet beziehen kann.

Schaut man Richtung Asien oder Skandinavien so kann man schnell neidisch werden. In Südkorea und Japan sind schnelle (16MBit/s plus) ADSL bzw. VDSL Anschlüsse (zumindest wenn man nicht mitten in der Pampa wohnt) die Regel und zwar inkl. Flatrate und zu günstigen Preisen (um die 20€). Highend Leitungen (2Gbps) in Tokyo und Umgebung kann man von Sony zu einem Preis von ca. 40€ und einer relativ hohen Anschlussgebühr von ca. 400€ bekommen. Das ist zwar teuer aber Möglich.

Während man also in anderer Ländern in Sachen Breitbandausbau voranschreitet denkt einer der größten Deutschen Provider über ein Geschäftsmodell nach von dem ich das es vor 5 Jahren ausgestorben sei, nämlich dem Volumen Tarif.

Ob das der richtige Weg ist um die Ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, welche schließlich auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes bewirken soll darf bezweifelt werden.

Naja für mich ändert sich schließlich nichts. Vor ca. 10 Jahren hatte ich den letzten DSL Anschluss bei der Telekom. Dieser war in Sachen Stabilität und Service ein absoluter Reinfall. Seitdem kommt mir kein Telekom Produkt mehr ins Haus. Und die derzeitigen Entwicklungen scheinen mir recht zu geben.

Übrigens ist es immer schön mit anzusehen wie sich die Telekom für Ihren schritt versucht zu  rechtfertigen indem Sie behauptet es trifft ja nur die Poweruser. Die Filesharer, die Youtube Süchtigen die das Netz für alle „normalen“ User unerträglich lahm machen und die vom „normalem“ User querfinanziert werden müssen.

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